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Forschungsthemen

Der Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) ist ein zentrales Projekt des DeZIM-Instituts. Er soll den Grundstein für ein dauerhaftes Monitoring von Diskriminierung und Rassismus in Deutschland legen. Auf der Basis von unterschiedlichen Datenquellen soll er verlässliche Aussagen über Ursachen, Ausmaß und Folgen von Rassismus treffen. Darauf aufbauend, können effektive Maßnahmen gegen Rassismus entwickelt werden.

 

Ursachen

Der Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) geht der Frage nach den Ursachen von Rassismus nach. Dazu werden Institutionen und Strukturen sowie historische, soziökonomische und rechtliche Ursachen analysiert. Dabei geht es um die Frage, wie rassistische Ideologien mit soziostrukturellen, sozioökonomischen und psychologischen Eigenschaften und Merkmalen sowie den Einflüssen von Narrativen und Vorurteilen zusammenwirken.

Ausmaß

Der Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) will das Ausmaß von Rassismus in Deutschland untersuchen, darunter rassistische Einstellungen gegenüber bestimmten Gruppen und die Bereitschaft zu rassistischen Handlungen. Darüber hinaus will er das Wissen über Rassismus sowie bewusste und unbewusste rassistische Wissensbestände in der Gesellschaft analysieren. In diese Analyse wird neben der direkten auch die indirekte Betroffenheit von rassistischen Erfahrungen miteinbezogen. Er wird die Perspektive der Gesamtbevölkerung wie auch die Perspektive von Rassismus betroffener Gruppen berücksichtigt. Er untersucht die Formen und die Häufigkeit rassistischer Erfahrungen sowie die Reaktionen darauf (Anzeigen/Dunkelziffer).

Folgen

Der Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) untersucht auch die individuellen (Betroffenen) und kollektiven (politischen, ökonomischen, sozialstrukturellen, diskursiven) Folgen von Rassismus. Dabei werden Handlungs- und Reaktionsweisen auf Rassismus untersucht. Die gesundheitlichen Folgen von Rassismus bilden den thematischen Schwerpunkt des ersten NaDiRa-Berichts, der Anfang 2020 veröffentlicht werden soll. Dieser wird sich mit institutionellem Rassismus und seinen Folgen für die Gesundheitsversorgung auseinandersetzen.

Methodische Zugänge

Der Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) setzt sich verschiedenen methodische Zugänge zusammen, die sich aus dessen unterschiedlichen Perspektiven und Fragestellungen speisen. Diese verschiedenen, interdisziplinären Arbeitseinheiten setzen sich mit unterschiedlichen Teilaspekten von Rassismus auseinander. Sie stehen in einem regelmäßigen Austausch, um den Wissenstransfer zu gewährleisten.

Die Theoriearbeit bildet die Basis der wissenschaftlichen Arbeit insgesamt. Bestehende Konzepte werden auf ihre Anwendbarkeit in spezifischen Kontexten geprüft, Anpassungen vorgeschlagen und empirische Ergebnisse wieder in die Theorie zurück gekoppelt. Ein eigener methodischer Zugang widmet sich den methodische Herausforderungen und der Organisation, der inhaltlichen Ausgestaltung und der Auswertung der großen Bevölkerungsbefragung, die im Zentrum des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) steht. Diese besteht aus einer Bevölkerungsbefragung, Befragungen von Betroffenen sowie aus experimentellen Herangehensweisen, die in eine oder beide Bestandteile der großen Befragung integriert werden können. Zwei weitere wissenschaftliche Zugänge konzentrieren sich auf institutionelle Aspekte sowie auf Beratungs- und Rechtsstrukturen.