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Forschungsthemen

Ursachen

Rassismus kann und darf nicht nur als ein Ergebnis von fehlgeleiteten Individuen verstanden werden, sondern muss in seiner eingebetteten und die Gesellschaft durchdringenden und strukturierenden Bedeutung betrachtet werden.
 

Ausmaß

Einerseits lässt sich das Ausmaß von interpersonalem Rassismus auf Basis von rassistischen Einstellungen und Ideologien erfassen. Hierbei darf der Blick nicht auf biologistische Definitionen von Rassismus verstellt werden, sondern es bedarf vielmehr der Entwicklung neuer Skalen und Messmethoden auf der Grundlage einer umfangreicheren Rassismusdefinition, die auch subtilere Formen von Rassismus in den Fokus nehmen kann. Andererseits muss ein umfassendes Rassismusmonitoring die rassistischen Handlungen und Erfahrungen in der deutschen Gesellschaft erheben. Hierzu gehören sowohl die Bereitschaft zu intendierten und nicht-intendierten rassistischen Handlungen als auch die unmittelbaren Erfahrungen im Alltag aufgrund dieser Handlungen. Beide Perspektiven sollen im Rahmen des Rassismusmonitors zusammengebracht werden. Ergänzt werden muss dies um eine Perspektive, die Diskurse und Praktiken in den Blick nimmt, die von rassistischen Stereotypen, Vorurteilen und Denkfiguren geprägt sind. Dazu gehört etwa die mediale Berichterstattung als auch der juristische Umgang mit Rassismus. Ohne diese Untersuchungen wird es nicht gelingen, Formen von strukturellem und institutionalisiertem Rassismus in den Blick zu nehmen.

Folgen

Die Folgen von Rassismus müssen sowohl auf einer individuellen als auch einer kollektiven Ebene untersucht werden. Die negativen Folgen von Rassismus sind daher weitreichend und betreffen unterschiedliche Lebensbereiche. Die generellen gesellschaftlichen Wohlfahrtsverluste von Diskriminierung und Rassismus hat nicht zuletzt Nobelpreisträger Gary Becker herausgearbeitet (1957). Rassismus verhindert die gesellschaftliche Teilhabe von bestimmten Bevölkerungsgruppen und verringert dadurch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ebenfalls als Ergebnis und zugleich als Grundlage eines weitergehenden Rassismusbegriffs ist die Reproduktion rassistischer Muster und Praktiken zu untersuchen. Vorgelagert dieser Folgen von Rassismus, steht jedoch die individuelle Reaktion auf rassistische Handlungen, die dabei notwendigen Unterstützungsstrukturen sowie die daraus resultierenden Konsequenzen.

Module

Die verschiedenen Perspektiven und Herangehensweisen münden in unterschiedlichen Modulen aus denen sich das Rassismusmonitoring zusammensetzt. Die Basis der wissenschaftlichen Arbeit stellt hierbei die Theoriearbeit dar, die bestehende Konzepte auf ihre Anwendbarkeit in spezifischen Kontexten prüft, Anpassungen vorschlägt und empirische Ergebnisse schlussendlich wieder in die Theorie rückkoppelt. Dabei arbeitet sie eng mit allen wissenschaftlichen Modulen zusammen. Einen weiteren besonders engen Arbeitszusammenhang gibt es im Kontext des großen Surveys. Dessen methodische Herausforderungen und die Organisation dieses Surveys werden in einem eigenen Modul strukturiert, auf welchem die inhaltliche Ausgestaltung und Auswertung anschließend aufbaut. Neben dem Großsurvey, welches sich in eine Betroffenen- und eine allgemeine Bevölkerungsbefragung aufteilt sowie experimentelle Herangehensweisen, die in einem oder beiden Surveybestandteilen implementiert werden können, gibt es mit den qualitativen Teil- und Begleitstudien sowie der Beratungs- und Rechtsanalyse noch zwei weitere wissenschaftliche Module. Daneben stehen mit einem Modul zur Öffentlichkeitsarbeit sowie dem Verwaltungsmodul zwei Module, die der Organisation des Rassismusmonitorings dienen. Betreut und begleitet werden alle Module durch die Geschäftsstelle, welche die Gesamtverantwortung für den Rassismusmonitor trägt.

Um diese Gesamtkoordination zu gewährleisten, sind folgende Instrumente vorgesehen:

  • Die Geschäftsstelle erstellt in Absprache mit den Modulleitungen einen Gesamtzeitplan für das Projekt
  • Einmal pro Jahr findet eine zweitägige Klausur des kompletten Rassismusmonitoring-Teams statt
  • Zu Beginn jedes Halbjahres werden von den Modulleitungen in Abstimmung mit den Mitarbeitenden und der Geschäftsstelle Arbeitspläne in Form von wochengenauen Gantt-Charts erstellt.

Innerhalb dieser Planung leiten die Modulleitungen ihre Module eigenverantwortlich. Auftretende Verzögerungen werden der Geschäftsstelle unverzüglich mitgeteilt. Alle zwei Wochen findet ein Jour Fixe des Monitoring-Teams statt. Dieser dient dem organisatorischen Austausch sowie der inhaltlichen Klärung. Für die einzelnen Module werden innerhalb der zuständigen DeZIM-Struktureinheiten Modulleitungen festgelegt. Diese können aus den haushaltsfinanzierten Mitgliedern stammen oder aus den Mitarbeiter*innen des Rassismusmonitorings.