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Anerkennung von Vielfalt in der Politik

Über die Rassismussensibilität politischer Repräsentant*innen in der Einwanderungsgesellschaft (RaMoRuhr)

Aus theoretischer und empirisch-analytischer Sicht betrachtet die Studie das Bewusstsein von politischen Amtsträger*innen für Rassismus in Deutschland. Im Kontext der politischen Kultur werden die folgenden Fragen aufgeworfen: Inwiefern eignen sich theoretische Kategorien wie Vertrauen, Solidarität und Anerkennung als Indikatoren für eine rassismussensible Haltung gegenüber einer multiethnischen politischen Gemeinschaft? Für welche Erscheinungsformen von Rassismus sind politische Amtsinhaber*innen in einer politisch-kulturell heterogenen Region auf welche Weise sensibel? 

Schlagworte

Politik
Vielfalt
Gleichberechtigung

Mitarbeitende

Merve Schmitz-Vardar
Sarata Diane

Erste Ergebnisse

Für das Projekt wurden Interviewdaten von 2017 und 2020 ausgewertet. Auch wenn das Bewusstsein für Rassismus vorhanden ist, zeigt die Ansprache von Rassismen eine Unbeholfenheit im Umgang mit der Thematik. Im Kontext der Befragung scheinen die theoretischen Kategorien nur teilweise geeignet. Anerkennung lässt sich unterscheiden in der Akzeptanz der Vielfalt und in der Reflexion der Teilhabechancen. Auch die Benachteiligung durch askriptive Merkmale ist empirisch im Bewusstsein verankert, jedoch ohne dass Lösungsvorschläge genannt werden. Vor allem die Benachteiligung von türkeistämmigen Menschen sowie ‚Vorurteile‘ gegenüber Sinti*zze und Rom*nja werden im Ruhrgebiet für politische Amtsträger*innen als politische Probleme anerkannt.

Überraschende Einsichten

Es scheint, dass die Kategorien Solidarität und Vertrauen in dieser Form mehr auf Seiten der Bürger*innen und nicht seitens politischer Amtsträger*innen valide Instrumente zur Erfassung der Anerkennung einer multiethnischen politischen Gemeinschaft darstellen. Durch die Verstärkung des Effekts der sozialen Erwünschtheit scheinen anonyme Umfragen einen größeren Wert zu haben als das persönliche Gespräch.

Weitere Fragen?

Für weitere Informationen zu dem Projekt können Sie uns per E-Mail kontaktieren: info(at)rassismusmonitor.de