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Antiziganismus messen

Die empirische Erfassung von Antiziganismus als eigenständige Form des Rassismus gegenüber Sinti*zze und Rom*nja. Entwicklung und Durchführung einer Pilotstudie

Eine hinreichende Erhebung des wirklichen Ausmaßes des Antiziganismus und der Ressentiments gegenüber Sinti*zze und Rom*nja ist mit bisherigen Erhebungsformaten nicht möglich. Daher stellt sich für dieses Forschungsprojekt die Frage: Wie lassen sich Antiziganismus, Rassismus und gruppenbezogene Vorurteile gegenüber Sinti*zze und Rom*nja adäquat, valide und verlässlich messen? Damit eng verknüpft sind die Fragen danach, welche Einstellungen gegenüber Sinti*zze und Rom*nja sich aktuell beobachten lassen und was die Ursachen für diesbezüglichen Rassismus und gruppenbezogene Vorurteile sind.

Schlagworte

Antiziganismus
Methoden

 

Mitarbeitende

Susanne Pickel
Toralf Stark

Erste Ergebnisse

Erste Erkenntnisse aus den bisherigen Interviews mit Vertreter*innen der Community und dem Pretest der Umfrage sind: Sinti*zze und Rom*nja erkennen Fortschritte in der Antidiskriminierungsarbeit, mahnen allerdings an, dass es insbesondere im Bereich der individuellen und gesellschaftlichen Diskriminierung noch umfassende Verbesserungen braucht. Sowohl in der gesellschaftlichen als auch in der politischen Debatte erfährt die Diskriminierung der Sinti*zze und Rom*nja nur unzureichende Aufmerksamkeit; das gilt insbesondere für das Gesamtsyndrom Antiziganismus. Insbesondere im Bereich der Bildung und der medialen Berichterstattung sind nachhaltige Konzepte zur Aufklärung und Wissensakkumulation gefragt. Es besteht daher umfassender Forschungsbedarf. 

Überraschende Einsichten

Das Wissen um die anerkannte Minderheit der Sinti*zze und Rom*nja ist in der Mehrheitsgesellschaft ausgesprochen mangelhaft ausgeprägt. Die Gegenwart von Sinti*zze und Rom*nja in der deutschen Gesellschaft ist zwar nicht unbekannt, aber weitgehend negativ konnotiert. Die Übertragung von Vorurteilen und Stereotypen ausgehend vom Begriff des "Zigeuners" auf die Minderheit der Sinti*zze und Rom*nja scheint als "akzeptierter" Rassismus in der Mehrheitsgesellschaft zu gelten. 

Weitere Fragen?

Für weitere Informationen zu dem Projekt können Sie uns per E-Mail kontaktieren: info(at)rassismusmonitor.de