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Eine Zukunft ohne Rassismus

Zukünfte: Wie könnte eine rassismuskritische, auf Gleichberechtigung ausgerichtete Vision unserer Gesellschaft aussehen?

Zusammen mit diversen Expert*innen aus rassifizierten Communities widmete sich das Projekt einem Gedankenexperiment. Im Rahmen eines eigens hierfür konzipierten Zukunftsworkshops stellten wir die Frage: Wie sieht eine rassismuskritische, gleichberechtigte und inklusive Gesellschaft im Jahre 2073 aus? Wir wollten wünschenswerte Zukünfte und positive Zukunftsbilder ergründen – und eruieren, welche juristischen, kulturellen, politischen und sozial verankerten Schritte es braucht, um diese Visionen zu realisieren.

Schlagworte

Anti-Rassismus
Zukunft
Gleichberechtigung

Autor*innen

Ralf Wölfer
Kübra Gümüşay
Jeannette Gusko
Ouassima Laabich-Mansour
Franziska Schönfeld
Sumona Dhakal
Thị Minh Huyền Nguyễn
Gün Gabriele Tank
Janna Schlender
Sally Mary Riedel
Nedime Sinanaj
Yi Pan

Kooperierende

 

 

Ergebnisse

Die Teilnehmenden beschrieben die Workshops als bis dato einzigartige und äußerst bestärkende Erfahrungen. Die Zukunftsvisionen, die sie in den Workshops entwickelten, reflektierten gegenwärtige Missstände. Sie waren geprägt von dem Wunsch, sicher zu sein und nicht mehr andauernd existenzielle Gefahren antizipieren zu müssen. Die Teilnehmer*innen wünschten sich außerdem ein solidarisches Miteinander und, dass gesellschaftliche Pluralität endlich selbstverständlich wird. Andere Themen waren:

  • die Abkehr von einer Konsum- und Leistungsgesellschaft hin zu Freiräumen für spirituelle und künstlerische Entfaltung sowie zu (mentaler) Gesundheit
  • Einsamkeit/Gemeinschaft
  • Mehrgenerationen-Wohngemeinschaften
  • Nachhaltigkeit
  • Ökologie
  • Bildungsgerechtigkeit

Überraschende Einsichten

Die Teilnehmenden stellten fest, dass ihnen im Alltag sowie im Arbeitskontext kaum Raum dafür bleibt, eine positive Zukunftsvision und den Weg dahin zu entwickeln. Bisher hatten sie ihre Energien fast ausschließlich dafür aufgebraucht, gegen (strukturelle) Diskriminierungen anzukämpfen.

Obwohl wir die Workshops zu antimuslimischem und antiasiatischem Rassismus getrennt durchführten, ähnelten die Zukunftsvisionen einander an vielen Punkten. Insbesondere ein gesamtgesellschaftlich-solidarische Ansatz war in allen Zukunftsvisionen zentral. Die Teilnehmenden stellten sich vor, dass Unterschiedlichkeit gewertschätzt wird und es keine "Anderen" mehr gibt, von denen die "Mehrheit" sich abgrenzt.

Bedeutung für die Praxis

Die Dokumentation, Protokolle und Zukunftsvisualisierungen aus den Workshops werden wir der Zivilgesellschaft zur Verfügung stellen. Sie unterstützen interessierte Personen und Gruppen, eigene Workshops durchzuführen. Dazu dient auch ein rassismuskritisches Kartenset für Zukunftsszenarien, das wir gerade erstellen und das im deutschen Sprachraum einzigartig ist. Die Karten bieten niedrigschwelligen Zugang und erleichtern es, die Workshops zu multiplizieren und die Methodik weiterzuentwickeln.