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Rassismus in der Sportförderung

Rassismus in der Sportförderung – postkoloniale Kontinuität

Das Kurzprojekt untersucht Othering-Formen und Rassismuserfahrungen in staatlichen Sportförderungsprogrammen, um auf kolonial-rassistische Kontinuitäten zu verweisen. Kontinuitäten werden sowohl in stereotypen Darstellungen und Vorurteilen als auch in der Idee von Integration durch und im Sport deutlich. Diese kann als postkoloniale Praxis der Disziplinierung und Transformation von als „fremd und anders" gedachten Körpern verstanden werden. Das Projekt nimmt somit die postkoloniale Kontinuität von Sport als Form sozialer Kontrolle und der Vermittlung „gewünschter" Eigenschaften an imaginierte „Andere" in den Blick. 

Schlagworte

Mitarbeitende

Lara Kronenbitter

Michaela Hochmuth 

Kooperierende

Erste Ergebnisse

Die Untersuchung von 47 zentralen Policy-Dokumenten sowie Interviews mit fünf Akteur*innen in Sportvereinen zu ihrem Erleben von Othering und Rassismus verdeutlichen die Kontinuität von kolonial-rassistischen Othering-Formen. Dazu zählt zum Beispiel die Figur des gefährlichen männlichen Anderen, der durch die Einbindung in Sportprogramme diszipliniert werden soll. Während in der Praxis Rassismus zum Beispiel in Form von rassistischen Förderungslogiken, Sprachpraxen oder dem strukturellen Ausschluss von Personen benannt wird, wird dieser in den Policy-Dokumenten hinter Begriffen wie Integration und Teilhabe verschleiert. 

Überraschende Einsichten

Überrascht hat die hohe Bereitschaft der Interview-Teilnehmer*innen und Expert*innen, über die Förderprogramme und das Rassismuserleben zu sprechen. Dies verdeutlicht auch den diskursiven Einfluss von Debatten auf den Lebensbereich Sport. Gleichzeitig war es überraschend, dass insgesamt nur wenig Wissen um die historische Entwicklung der Sportförderungsprogramme und deren Zielsetzungen existiert. Das Wissen ist nur bei Einzelpersonen verortet und nicht öffentlich oder über Archive zugänglich. 

Weitere Fragen?

Für weitere Informationen zu dem Projekt können Sie uns per E-Mail kontaktieren: info(at)rassismusmonitor.de