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Rassismus in Politik und Medien

Offener und versteckter Rassismus in der politischen und medialen Öffentlichkeit

Medienvermittelter Rassismus schlägt sich zum einen in expliziten Herabsetzungen und Anfeindungen nieder, zum anderen aber auch in impliziten Verzerrungen im Sprachgebrauch sowie in einer latenten emotionalen Färbung in der Kommunikation über rassisch/ethnisch/kulturell definierte “Andere”. Da auch implizite Diskriminierungen Einfluss auf die Einstellungen gegenüber Gruppen haben, geht das Forschungsprojekt insbesondere der Frage nach, welche Formen der impliziten rassistischen Diskriminierung sich in welchem Ausmaß und gegenüber welchen Gruppen in den deutschen Nachrichtenmedien finden.

Schlagworte

Rassismus
Antiziganismus
Politik
Medien

Mitarbeitende

Hartmut Wesser
Chung-hong Chan
Philipp Müller
Katharina Ludwig
Alejandro Ecker
Marius Sältzer
Michael Imre

Kooperierende

Erste Ergebnisse

Einige Gruppen erfahren über alle untersuchten Medien hinweg hohe implizite Diskriminierungen. Hierzu gehören besonders die Sinti*zze und Rom*nja, People of Color, Deutsch-Türk*innen, Personen jüdischen Glaubens und Personengruppen mit afrikanischen oder asiatischen Nationalitäten. Weiterhin ist auffallend, dass die Gruppe der Asylsuchenden und Immigrant*innen sowie Personen muslimischen Glaubens zwar explizit oftmals als Bedrohung dargestellt werden, nach Erkenntnissen aus dieser Arbeit aber bei den impliziten Diskriminierungen im unteren Mittelfeld liegen. Deutsch-Russ*innen werden im Vergleich am wenigsten implizit negativ dargestellt. Die meisten impliziten Diskriminierungen weist BILD auf, die wenigsten finden sich in der ZEIT.

Überraschende Einsichten

Einige ethnische, kulturelle oder religiöse Gruppen werden in den verschiedenen untersuchten Nachrichtenmedien in sehr unterschiedlichem Ausmaß mit negativen bzw. positiven Begriffen assoziiert. So sind Personen chinesischer Abstammung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit der stärksten impliziten Negativität konnotiert. Umgekehrt ist dies bei ZEIT und BILD, wo Chines*innen im Gruppenvergleich mit der niedrigsten Negativität dargestellt werden, während besonders Deutsch-Türk*innen implizit negativ konnotiert sind. Bei der Süddeutschen Zeitung hingegen werden im Speziellen Sinti*zze und Rom*nja implizit mit Negativität assoziiert. 

Weitere Fragen?

Für weitere Informationen zu dem Projekt können Sie uns per E-Mail kontaktieren: info(at)rassismusmonitor.de