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Rassismus in Sozialen Medien

Aufbau eines Rassismusmonitorings beginnend mit Twitter

Das Projekt zielt darauf ab, die Potenziale eines kontinuierlichen Rassismusmonitorings im Social Web am Beispiel von Twitter zu untersuchen. Dabei gilt es zuerst, den Diskurs über Rassismus auf Twitter zu erfassen und zu analysieren. Zweitens wird untersucht, wie sich die Prävalenz dieses Diskurses in Abhängigkeit von politischen Ereignissen, wie beispielsweise dem Tod von George Floyd in den USA oder dem Terroranschlag in Hanau, verändert. Hierfür werden über eine Milliarde deutscher Tweets genutzt, die seit 2018 kontinuierlich gesammelt worden sind. Die Datenerhebung und -analyse erfolgt durch dasProjektteam am Lehrstuhl für quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld.

Schlagworte

Rassismus
Social-Media 

Mitarbeitende

Dorian Tsolak
Simon Kühne
Stefan Knauff
Anna Karmann
Marcel Gemander
Hendrik Lücking

Kooperierende

Erste Ergebnisse

Rassismus ist in der deutschsprachigen Twitter-Community ein viel rezipiertes und wachsendes Thema. In den Jahren 2018 bis 2019 gab es dazu täglich etwa 2.000 bis 3.000 Tweets. In den Jahren 2020 bis 2021 ist diese Zahl auf etwa 3.000 bis 4.000 tägliche Tweets gestiegen. Die deutschsprachige Twitter-Community ist darüber hinaus sensibel für Ereignisse außerhalb des Web. Gerade im Juni und Juli 2020, zur Hochphase der „Black Lives Matter"-Proteste, war die Anzahl der Tweets zum Thema Rassismus etwa viermal höher als im Durchschnitt und machte bis zu vier Prozent der gesamten deutschsprachigen Diskussion auf Twitter aus.

Überraschende Einsichten

Menschen, die sich für Rassismus interessieren, setzen sich intensiv mit dem Thema auseinander. Im Rahmen der Untersuchung wurde festgestellt, dass besonders während der großen medialen Verbreitung des Themas Rassismus im Juni und Juli 2020 jeder dritte Tweet dazu retweetet wurde. Dies kann einerseits darauf hindeuten, dass die Menschen, denen dieses Thema wichtig ist, Teil eines dichten Netzwerks sind. Andererseits lässt sich daraus schließen, dass viele Tweets über Rassismus als wichtig genug wahrgenommen werden, um ein Retweeten zu rechtfertigen.

Weitere Fragen?

Für weitere Informationen zu dem Projekt können Sie uns per E-Mail kontaktieren: info(at)rassismusmonitor.de