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Rassismus messen

Skalenentwicklung zur Messung rassistischer Ideologien und Einstellungen

Die in der deutschsprachigen Sozialforschung eingesetzten Messinstrumente zur Erfassung rassistischer Einstellungen und Ideologien sind veraltet, methodisch mangelhaft und haben wenig Bezug zur aktuellen Forschung und Theorie. Das Ziel dieses Projektes war es daher, auf Basis qualitativer Forschung Skalen zu entwickeln, die zeitgenössische Artikulationsformen rassistischer Überzeugungen adäquat messen können. Auf Basis einer Mediendiskursanalyse wurden induktiv und deduktiv Kategorien gebildet, anhand derer Items operationalisiert und Skalen erstellt werden konnten.

Schlagworte

Rassismus
Methoden

Mitarbeitende

Mara Simon
Ralf Wölfer

Kooperierende

Erste Ergebnisse

Insgesamt wurden sieben Skalen entwickelt, die verschiedene Aspekte rassistischer Überzeugungen erheben: 1) Leugnung von Rassismus, 2) offener Rassismus, 3) Abwehr von Rassismus, 4) Rassismus und Polizei, 5) (post-)koloniales Wissen, 6) Wahrnehmung von Diskriminierung sowie 7) Haltungen zu Migration. Eine Auswahl von Skalen wurde bereits für eine erste Erhebung des Rassismusmonitorings eingesetzt. Erste quantitative Analysen weisen hierbei zufriedenstellende, psychometrische Eigenschaften nach. Ein kompletter Test aller Skalen erfolgt bis Juni 2021 in einer Online-Befragung.

Überraschende Einsichten

Ein überraschendes Ergebnis war, (a) wie weit das Verständnis in den medialen Narrativen variiert, was Rassismus und folglich rassistische Denk- und Handlungsweisen sind, und (b) wie ausgeprägt, intensiv und verbreitet (emotionale) Abwehrreaktionen der Mehrheitsgesellschaft auf Rassismus-Debatten sind. Diese Befunde sind insofern problematisch, als dass dies eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit Rassismus in der Mehrheitsgesellschaft erschwert.

Weitere Fragen?

Für weitere Informationen zu dem Projekt können Sie uns per E-Mail kontaktieren: info(at)rassismusmonitor.de