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Zusammenleben im Stadtteil

Pilotphase zum Projekt "Aushandlungsprozesse und Zusammenleben im Stadtteil nach rassistischen Anschlägen"

Die hier vorgestellte Pilotphase vor Beginn des eigentlichen Forschungsprojekts dient dazu, die Ziele, Vorannahmen und Methoden des geplanten Projekts aus einer rassismuskritischen Perspektive zu beleuchten und konkrete, auf das Forschungsvorhaben zugeschnittene Handlungsalternativen zu entwickeln. Es wird unter anderem danach gefragt, wie die Reproduktion rassistischer Kategorien und Zuschreibungen im Forschungsprozess verhindert und wie das Forschungssetting so gestaltet werden können, dass die Auswirkungen vorhandener Macht- und Dominanzverhältnisse verringert werden. Zentral ist außerdem die Frage, wie das Projekt zur Verbesserung der Situation der von rassistischen Anschlägen Betroffenen beitragen kann.

Schlagworte

Rassismus
Gewalt
Stadtleben

Mitarbeitende

Hannah Mietke
Denis van de Wetering
Ann-Kathrin Thießen
Juliane Sellenriek
Andreas Zick

Kooperierende

Erste Ergebnisse

Ein zentrales Ergebnis ist, dass der Reflexionsprozess als solcher nicht abgeschlossen werden kann: Es braucht einen fortlaufenden rassismuskritischen Blick auf die Forschungspraxis. Dies wäre im Rahmen des Rassismus-Monitors zudem projektübergreifend sinnvoll. Die Reflexion soll jedoch nicht einem Selbstzweck dienen, sondern muss konkrete forschungspraktische Auswirkungen haben. In dem hier diskutierten Projekt sind dies bislang neben anderen die Beantragung von zusätzlichen finanziellen Mitteln für Honorare für die Expertise der Forschungspartner*innen und die Entwicklung einer mit den Forschungspartner*innen aus den betroffenen Communities abgestimmten Strategie, die die Zivilgesellschaft darin unterstützt, solidarisch mit den Betroffenen rassistischer Anschläge zu handeln.

Überraschende Einsichten

Das Projekt enthielt widersprüchliche Momente. Diese waren zum einen darin begründet, dass der Anspruch, rassismuskritische Forschung innerhalb eines von Rassismus geprägten Wissenschaftssystems zu betreiben (dessen Teil wir als Forschende sind), notwendigerweise widersprüchlich und ambivalent ist. Zum anderen berührte die Reflexion auch persönliche Fragen nach der eigenen Positionierung und eigenen Zielen der Forschenden. Ambivalenz meint auch, dass die Einnahme eines kritischen Reflexionsortes andere Optionen ausblendet. Es kommt also nicht auf eine rigide Ambivalenzauflösung an, sondern darauf, in dialogischer Art und Weise ein produktives Pendeln zwischen verschiedenen Optionen der kritischen Reflexion zu ermöglichen.

Weitere Fragen?

Für weitere Informationen zu dem Projekt können Sie uns per E-Mail kontaktieren: info(at)rassismusmonitor.de