Diskurse & Medien

Medien nehmen gesellschaftliche Konflikte auf und thematisieren sie öffentlich. Gleichzeitig (re-) produzieren sie Rassismen. Beides gilt sowohl für Tageszeitungen als auch für soziale Netzwerke. Im Rahmen des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) untersuchen wir empirisch, wie sich die Medienberichterstattung über Rassismus wandelt und welche Rolle Rassismus in (sozialen) Medien spielt. 

Leitende Forschungsfragen

  • Wie sichtbar ist das Thema Rassismus in den Medien und wie verändert es sich im Laufe der Zeit? 
  • Wie und von wem wird Rassismus in den Medien thematisiert? 
  • Wie sehen rassistische Inhalte in sozialen Netzwerken aus und welche Reichweite haben sie? 
  • Wie beeinflussen algorithmische Empfehlungslogiken den Online-Rassismus? 

Die NaDiRa-Medienanalysen liefern empirische Evidenzen zu Kontinuitäten und Wandel von Rassismus in den Medien. Dabei setzen wir zwei verschiedene Schwerpunkte:  

Wir analysieren Debatten über Rassismus. Bei Debatten zu Racial Profiling oder über die Black Lives Matter-Proteste ist Rassismus der Gegenstand des Diskurses. Für unsere Analysen arbeiten wir heraus, wie führende redaktionelle Medien in Deutschland über Rassismus berichten und welche Veränderungen es dabei im Laufe der Zeit gab. Unsere Ergebnisse geben Hinweise darauf, welchen Stellenwert das Thema Rassismus in der öffentlichen Debatte hat und inwiefern Rassismus als gesellschaftliches Problem anerkannt wird. Ein Beispiel für diese Forschung ist das Projekt „Kontinuitäten und Wandel im Medien-Diskurs über Rassismus“.  

Wir analysieren rassistische Debatten. Immer wieder werden Menschen aus rassifizierten Gruppen in medialen Debatten herabgesetzt und/oder es wird zu Verachtung, Diskriminierung, Hass oder Gewalt gegen sie angestiftet. Beispiele dafür sind die medialen Debatten über die vermeintliche Intelligenz von Angehörigen rassifizierter Gruppen in den Fällen Thilo Sarrazin oder James Watson, oder die rassistischen Beleidigungen in sozialen Medien beim Fußball-EM-Finale 2021. Rassismus in den Medien untersucht etwa das Projekt „Onlinerassismus als Interaktionscatcher“. 

Egal, ob sie auf Twitter oder in Feuilletons stattfinden: Mediale Debatten sind wichtige Indikatoren dafür, wie die Menschen in Deutschland zu Rassismus stehen, wie sich die Auseinandersetzung damit entwickelt und in welchen Kontexten Rassismus reproduziert wird.

Dr. Sünje Paasch-Colberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Themenschwerpunkt “Diskurse & Medien

Forschungsstrategien und Methoden

Ansprechpartner*innen

Dr. Sünje Paasch-Collberg

Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Konsens und Konflikt
Foto PD Dr. Liriam Sponholz

PD Dr. Liriam Sponholz

Assoziiertes Mitglied Abt. Konsens & Konflikt

Ausgewählte Literatur