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Zivilgesellschaftlicher Begleitprozess

Hintergrund

Bei der kritischen Begleitung des Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa), bei der Verbreitung seiner Ergebnisse und bei der Formulierung von Maßnahmen gegen Rassismus spielt die Mitwirkung von zivilgesellschaftlichen Organisationen eine wichtige Rolle. Darum wird der Rassismusmonitor von einem zivilgesellschaftlichen Begleitprozess flankiert. Ziel ist es, eine Vielfalt an Perspektiven in den Rassismusmonitor einfließen zu lassen, für die Lebensrealität von betroffenen Communities relevante Forschungsfragen aufgreifen und Maßnahmen abzuleiten, die auf deren Bedarfe zugeschnitten sind.

Migrant*innenorganisationen, Neue deutsche Organisationen und andere zivilgesellschaftliche Organisationen fordern seit geraumer Zeit die Erhebung von Daten, um Ungleichheit belegen und sichtbarer machen zu können. In dem von 50 Organisationen unterzeichneten „Impulspapier zur Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft: "Wie Teilhabe jetzt gelingen kann“ (2016) heißt es, die praxisnahe Forschung über Benachteiligungsstrukturen in Organisationen und Institutionen sei zu stärken.

Migrant*innenorganisationen sollten außerdem Forschungsprozesse unterstützen, „indem sie dafür sorgen, dass die Forschungen ‚gruppenspezifisch‘ durchgeführt werden können“. Auch in der "Anti-Rassismus-Agenda 2025"der Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen wird in unterschiedlichen Handlungsfeldern Rassimusforschung und Monitoring unter Beteiligung von Betroffenen gefordert. Auch das Center for Intersectional Justice verweist auf den Bedarf an Daten, um systemische und institutionelle Diskriminierung umfangreich zu erfassen (PDF-Download). In vielen Migrant*innenorganisationen und BPoC-Selbstorganisationen findet schon seit Jahrzehnten Wissensproduktion und Forschung über Rassismus statt. Ergänzend dazu bedarf es einer Datenbasis, die strukturellen Rassismus in all seinen Ausprägungen nachweist und Ausgangspunkt für eine wirksame Antirassismuspolitik sein kann, die einer vielfältigen Gesellschaft gerecht wird.

Der Fachkreis

Interessierte Organisationen, die sich mit ihrer Expertise am Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) beteiligen möchten, können in dessen Fachkreis aufgenommen werden. Für sie stehen unterschiedlichen Formate der Beteiligung offen – z.B. Workshops zur Konzeption von Fragebögen für die Betroffenenbefragung oder themenbezogene Austauschrunden mit Forschenden. Diese Formate verstehen sich als Angebote an. Der Fachkreis wird außerdem laufend über den Forschungsprozess und zu Aktuellem aus der NaDiRa-Geschäftsstelle informiert. In den Fachkreis aufgenommen werden können Migrantische Organisationen, diasporische Organisationen, neue deutsche Organisationen sowie Organisationen/Institutionen, die schwerpunktmäßig zum Thema (Anti-)Rassismus arbeiten. Bitte besuchen Sie hierfür unsere Anmeldeseite.

Sollten Sie als Einzelperson Interesse daran haben, am Fachkreis mitzuwirken, wenden Sie sich bitte an die NaDiRa-Geschäftsstelle unter: info(at)rassismusmonitor.de