DeZIM_talk | Zum Verhältnis von Rassismus und Antisemitismus – Theoretische Perspektiven und politisch-bildnerische Praxis Nadira

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e. V. - Geschäfts und Beratungsstelle Leipzig

Wo: DeZIM-Institut, Mauerstraße 76, 10117 Berlin

Wann: 24.02.2025, 17:30–19:30 Uhr

Bitte melden Sie sich bis zum 23.02. 18 Uhr hier an: ANMELDUNG

Antisemitismus und Rassismus werden in wissenschaftlichen und öffentlichen Debatten immer wieder miteinander verknüpft, gleichgesetzt oder gegeneinandergestellt. Zugleich besteht ein wachsendes Interesse an Zugängen, die Unterschiede und Berührungspunkte beider Phänomene differenziert in den Blick nehmen, ohne Vereinfachungen oder Konkurrenzlogiken zu erzeugen. 

Mit der neu entwickelten Übung „Zum Verhältnis von Rassismus und Antisemitismus“ liegt ein materialgestütztes Format vor, das Fachkräften in der politischen Bildung ermöglicht, theoretische Perspektiven zum Verhältnis beider Phänomenbereiche gemeinsam mit Teilnehmenden zu erkunden. Die Übung arbeitet mit Paraphrasen und Zitaten aus der Antisemitismus- und Rassismuskritik und lädt dazu ein, verschiedene Thesen strukturiert zu diskutieren. 

In der Veranstaltung möchten wir die Übung vorstellen und zugleich über weiterführende Fragen ins Gespräch kommen: 

  • Wie lassen sich antisemitismus- und rassismuskritische Ansätze produktiv aufeinander beziehen? 

  • Welche theoretischen Klärungen sind für die politische Bildung hilfreich? 

  • Welche Chancen und Grenzen haben Materialien, die an dieser Schnittstelle eingesetzt werden? 

Unser Podium 

  • Dr. Sina Arnold, Gastprofessur „Interdisziplinäre Antisemitismus- und Rassismuskritik“ an der Universität Bielefeld 

  • Anna Sabel, Bundesgeschäftsführerin des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften und politische Bildnerin 

  • Shai Hoffmann, Bildungsreferent und Projektentwickler im Bereich Antisemitismus, Rassismus und Dialogformate 

Moderation 

  • Neta-Paulina Wagner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) am DeZIM-Institut und Mitautorin der Studie „Importierter Antisemitismus?“ 

Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte und Multiplikator:innen in der politischen Bildung, Mitarbeitende aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie an Interessierte mit entsprechendem Vorwissen.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch. Weiterführende Informationen und Materialien werden vor Ort bereitgestellt.

Ein barrierefreier Zugang zum DeZIM.Saal ist gewährleistet.

Rückblick

Im Rahmen des DeZIM_talks diskutierten Dr. Sina Arnold (Universität Bielefeld), Anna Sabel (Verband binationaler Familien und Partnerschaften), Shai Hoffmann (Bildungsreferent und Projektentwickler) und Moderatorin Neta-Paulina Wagner (NaDiRa, DeZIM-Institut) über das Verhältnis von Rassismus und Antisemitismus in Theorie und politischer Bildungsarbeit. Ausgangspunkt war die Vorstellung einer neu entwickelten, materialgestützten Übung, die Fachkräfte dabei unterstützt, beide Phänomene differenziert und theoriegeleitet miteinander ins Gespräch zu bringen.

Deutlich wurde, dass Forschung und Praxis weiterhin mit analytischen Trennungen, blinden Flecken und politischen Instrumentalisierungen konfrontiert sind. Zugleich wurde betont, dass gerade der Bildungsbereich bereits seit den frühen 2000er Jahren versucht, Antisemitismus- und Rassismuskritik zusammenzudenken – und damit wissenschaftlichen wie politischen Debatten teilweise voraus war. Mit Blick auf Schule und außerschulische Bildung wurden Defizite im Erkennen beider Phänomene, Konkurrenzwahrnehmungen und ein möglicher „Wettbewerb der Betroffenheit“ diskutiert, der Erfahrungen von Schüler*innen gegeneinander ausspielen kann.

Im Kontext des 7. Oktober und seiner Nachwirkungen in der postmigrantischen Einwanderungsgesellschaft wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, Lebensrealitäten ernst zu nehmen, Mehrfachdiskriminierung anzuerkennen und geschützte Räume für ambiguitätstolerantes Sprechen zu schaffen. Die vorgestellte Übung reagiert auf diese Herausforderungen, indem sie Spannungen nicht auflöst, sondern reflektierbar macht und so zu einer differenzierten, menschenrechtsorientierten Bildungsarbeit beiträgt.

Ansprechpartnerin: Neta-Paulina Wagner
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Nationaler Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa)
E-Mail: wagner(at)dezim-institut.de

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