Pressekonferenz zum Monitoringbericht mit Schwerpunkt „Gewohnt ungleich: Rassismus und Wohnverhältnisse“

Am 8. Dezember 2025 fand im Haus der Bundespressekonferenz die Vorstellung des Monitoringberichts zum Thema Wohnen unter dem Titel „Gewohnt ungleich: Rassismus und Wohnverhältnisse“ statt.

Die Veranstaltung bot einen Einblick in die aktuellen Forschungsergebnisse des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) und eröffnete einen Austausch zwischen Wissenschaft und Medien. 

Im Zentrum des Berichts stand die Frage, inwiefern und in welchem Ausmaß rassistisch markierte Personen – darunter Schwarze, muslimische, asiatische und osteuropäische Gruppen – von Ungleichheiten auf dem Wohnungsmarkt betroffen sind, sowohl beim Zugang zu Wohnraum als auch bei ihren Erfahrungen im Wohnumfeld und in der Nachbarschaft. 

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Prof. Dr. Frank Kalter, Direktor des DeZIM-Instituts, die Gründung, den Aufbau und die wissenschaftlich-politische Bedeutung des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors vor. Anschließend präsentierte Tae Jun Kim, Leiter des NaDiRa-Panels und Co-Autor des Berichts, die zentralen Ergebnisse der Untersuchung. 

Zum Abschluss folgte eine moderierte Fragerunde, in der Journalist*innen verschiedener Medien ihre Rückfragen an die Vortragenden richten konnten. Die Moderation übernahm Angie Pohlers, Pressereferentin des DeZIM-Instituts. 

„Der generelle Forschungsansatz des NaDiRa geht dabei, wie in der internationalen Forschung üblich, von einem weiten Verständnis von Rassismus aus. Das heißt unter anderem, dass sich Rassismus nicht nur offen, sondern auch versteckt und subtil äußert. Und dass er sich nicht nur in individuellen Einstellungen oder Handlungen zeigt, sondern sich auch in institutionellen und strukturellen Zusammenhängen zeigt. Dabei werden bestimmte Gruppen, manchmal über sehr komplexe Wege, systematisch und nachhaltig benachteiligt werden.“

Dr. Frank Kalter, Direktor des DeZIM-Instituts

Programm

  • 10:00 – 10:05 Uhr – Begrüßung durch Angie Pohlers, Pressereferentin des DeZIM-Instituts
  • 10:05 – 10:10 Uhr – Einführung in die Studie durch Prof. Dr. Frank Kalter, Direktor des DeZIM-Instituts
  • 10:10 – 10:30 Uhr – Vorstellung der Ergebnisse durch Tae Jun Kim, Leiter des NaDiRa.panels und Co-Autor des Berichts
  • 10:30 – 11:00 Uhr – Fragerunde 

Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Es schafft Schutz, Stabilität und gesellschaftliche Teilhabe. Und dennoch: Wohnraum ist in Deutschland nicht nur knapp, er ist auch ungleich verteilt.   

Genau hier setzt der neue NaDiRa-Monitoringbericht an.  Er zeigt, dass sich Hinweise auf rassistische Benachteiligungen quer durch den Wohnkontext finden lassen – vom Zugang zum Wohnungsmarkt über Wohnbedingungen bis hin zum Leben in der Nachbarschaft.

Tae Jun Kim, Leiter des NaDiRa.panels und Co-Autor des Berichts

In der Fragerunde standen unter anderem die abgeleiteten Handlungsempfehlungen im Fokus, die, wie die Forschenden erläuterten, auf empirischen Befunden beruhen und sich an vier Ebenen richten: die nationale, die Landes- und die Kommunalebene sowie die zentralen Akteur*innen des Wohnungsmarkts. Insbesondere betonten Dr. Cihan Sinanoğlu, Leiter des NaDiRas und der Wissenschaftlichen Geschäftsführung des DeZIM-Instituts, und Dr. Noa K. Ha die Notwendigkeit einer Reform des AGGs und einer kritischen Überprüfung der Ausnahmeregelungen nach § 19 Abs. 1, 3 und 5 AGG bezüglich ihrer Anwendungspraxis und Diskriminierungspotenziale. 

Auf die Frage der anwesenden Journalist*innen, ob die niedrigen Zahlen überraschen, verwiesen die Forschenden auf die kumulative Wirkung von Diskriminierung. Diese wirke sich im Wohnen über mehrere Bewerbungsschritte (Rückmeldung, Einladung, Erhalt der Immobilie) und Ebenen (Miete, Eigentum, Mängel) des Wohnmarkts hinweg aus – und sei auch in anderen Lebensbereichen wie der Gesundheit erkennbar. Aus diesem Grund bleibt es relevant, die subjektiven und objektiven Ergebnisse dieses Berichts in ihrem Zusammenwirken zu verstehen, um ein vollständiges Bild zu erhalten.