Rassistische Gleichzeitigkeit: Empirische und konzeptionelle Perspektiven auf intermigrantische Rassismen

Wie wirkt Rassismus innerhalb und zwischen migrantisierten Gruppen, wie hängt er mit dem Rassismus der Dominanzgesellschaft zusammen und wo entstehen quer zu diesen Erfahrungen Solidaritäten? Ein DeZIM Talk zu intermigrantischem Rassismus.

Wann? Dienstag, 10.11.2026 | 18:00 – 20:00 Uhr
Wo? DeZIM_Saal Mauerstrasse 76 10117 Berlin

Rassismus in Deutschland wird meist als Verhältnis zwischen Dominanzgesellschaft und Migrant*innen verhandelt. Zur selben Zeit werden autoritäre, rechtsextreme und fundamentalistische Strömungen auch in migrantischen Communitys sichtbarer, darunter der türkische Rechtsextremismus. Für Kurd*innen, Alevit*innen, Êzîd*innen, Armenier*innen und weitere Gruppen, die innerhalb der Communitys mit Türkeibezug minorisiert werden, greifen diese Entwicklungen ineinander. Daraus entsteht eine Gleichzeitigkeit von Rassismen, die je nach Raum und Gegenüber unterschiedlich wirkt. In öffentlichen Debatten wie in der Forschung bleiben diese Erfahrungen bislang weitgehend unsichtbar oder werden als Konflikte unter Migrant*innen abgetan.

Hier setzt das Forschungsprojekt „Intermigrantische Rassismen und Solidaritäten“ an. Am Beispiel von Communitys mit Türkeibezug untersucht es, wie Rassismus innerhalb und zwischen migrantisierten Gruppen wirkt, wie er mit dem Rassismus der Dominanzgesellschaft zusammenhängt und wo quer zu diesen Erfahrungen Solidaritäten entstehen. Grundlage sind Tiefeninterviews und Fokusgruppen mit Menschen, die sich unter anderem als kurdisch, alevitisch, êzîdisch, armenisch, pontosgriechisch, aramäisch, jüdisch oder queer verorten und jeweils eigene historische, politische und transnationale Erfahrungen mitbringen.

Der DeZIM Talk „Rassistische Gleichzeitigkeit. Empirische und konzeptionelle Perspektiven auf intermigrantische Rassismen“ stellt zentrale Ergebnisse des Projekts vor und diskutiert sie mit Perspektiven aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Im Mittelpunkt steht die Frage, was es heißt, diese Erfahrungen sichtbar zu machen, und welche Konsequenzen sich aus ihrer empirischen Aufarbeitung für Forschung und Rassismusbeobachtung, für Zivilgesellschaft und Bildungsarbeit, für die Politik und für den Schutz Betroffener ergeben. 

Eröffnung:

Input:

Podium:

  • Prof. Dr. Çinur Ghaderi, EvH RWL Bochum 
  • Gökay Akbulut, Mitglied des Deutschen Bundestages (Die Linke) 
  • Özge Erdoğan, Leiterin der Fachstelle Türkischer Rechtsextremismus im Bund der Alevitischen Jugendlichen Deutschland e.V.
  • Dr. Rosa Burç, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Nationaler Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) & Abteilung Konsens und Konflikt (DeZIM-Institut) 

Moderation: 

Anmeldung

Bitte melden Sie sich bis zum 09.November 2026 hier an: ANMELDUNG 

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