Bundespressekonferenz: Vorstellung des Monitoringberichts 2026
Rassistische Einstellungen sind in Deutschland weiterhin weit verbreitet, Diskriminierung gehört für viele Betroffene zum Alltag, und diese Erfahrungen stehen im Zusammenhang mit dem Vertrauensverlust in Institutionen. Das zeigt der NaDiRa-Monitoringbericht, der am 19. März 2026 in der Bundespressekonferenz vorgestellt wurde.
DeZIM-Direktor Prof. Dr. Frank Kalter betonte zu Beginn die grundsätzliche Bedeutung des Monitorings. Der NaDiRa soll eine „zentrale Informationslücke in Deutschland schließen“, nämlich die systematische und empirisch abgesicherte Beobachtung von Rassismus und Diskriminierung. Zugleich machte er deutlich: „Diese drei Dimensionen – Einstellungen, Erfahrungen und Vertrauen – müssen gemeinsam betrachtet werden.“
An anderer Stelle hob Kalter hervor, dass die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema schwankt, die Realität für Betroffene aber bleibt. Der Bericht zeigt „warum ein systematisches Monitoring so wichtig ist“, die Aufmerksamkeit für das Thema zwar „Konjunkturen“, seine Realität ist jedoch „sehr konstant“.
Die Aufmerksamkeit für das Thema mag Konjunkturen haben, seine Realität ist jedoch sehr konstant.
Studienleiter Dr. Tae Jun Kim stellte anschließend die zentralen Befunde des Berichts vor. Die Ergebnisse zeigen, „wo Deutschland im Jahr 2026 steht, wenn es um Rassismus und Diskriminierung geht“. Im Zentrum stehen drei miteinander verbundene Fragen: die Verbreitung rassistischer Einstellungen, konkrete Diskriminierungserfahrungen und die Folgen für das Vertrauen in staatliche Institutionen.
Kim sagte, der Bericht beginne mit dem, „was viele für ‚längst überwunden‘ hielten“. Tatsächlich zeigten die Ergebnisse, dass „Mythen über vermeintlich biologisch unterscheidbare Menschengruppen weiterhin verbreitet sind“. Er ergänzte außerdem, moderner Rassismus sei oft „nur die höflichere Form“, bestehende Über- und Unterordnungen zu rechtfertigen.
Mit Blick auf den Alltag vieler Betroffener machte Kim deutlich, dass diese Einstellungen nicht abstrakt blieben. Sie spiegelten sich in konkreten Erfahrungen von Diskriminierung wider und wirkten sich messbar auf das Verhältnis zu staatlichen Institutionen aus. In der Schlussfolgerung heißt es entsprechend: „Rassismus ist kein Rand- oder Nischenthema, sondern eine Herausforderung für unsere gesamte Gesellschaft.“
Wenn wir über gesellschaftlichen Zusammenhalt reden, dann müssen wir über genau dieses Ausmaß an rassistischen Einstellungen, Diskriminierung und deren gesellschaftlichen Auswirkungen sprechen. Denn ein Staat, dem ein Teil seiner Bevölkerung das Vertrauen entzieht, verliert am Ende seine wichtigste Währung.
Mit Blick auf den Alltag vieler Betroffener machte Kim deutlich, dass diese Einstellungen nicht abstrakt blieben. Sie spiegelten sich in konkreten Erfahrungen von Diskriminierung wider und wirkten sich messbar auf das Verhältnis zu staatlichen Institutionen aus. In der Schlussfolgerung heißt es entsprechend: „Rassismus ist kein Rand- oder Nischenthema, sondern eine Herausforderung für unsere gesamte Gesellschaft.“
Ferda Ataman, Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung und Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, ordnete die Ergebnisse anschließend politisch ein und verband die Zahlen mit der Beratungspraxis der Antidiskriminierungsstelle. Sie sagte: „Wir haben jetzt viele Zahlen gehört. In der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erfahren wir, was sich hinter diesen Zahlen verbirgt.“ Die Befunde des Berichts seien „frappierend“. Besonders deutlich formulierte sie: „Rassistisches Denken und Handeln schadet aber nicht nur den Betroffenen. Es gefährdet unsere Demokratie und schwächt das Vertrauen in unsere Institutionen.“
Zum Schluss verband Ataman die Einordnung mit einem politischen Appell: „Freundliche Bekenntnisse zur Vielfalt in der Gesellschaft reichen nicht.“ Menschen müssten besser vor Diskriminierung geschützt werden, dafür brauche es wirksamere rechtliche Instrumente.
Insgesamt vermittelte das Podium damit eine klare gemeinsame Botschaft: Rassismus ist kein Randthema. Er prägt den Alltag vieler Menschen, belastet das gesellschaftliche Klima und berührt die demokratische Substanz, wenn Vertrauen in staatliche Institutionen verloren geht.
Die Berichterstattung griff die zentralen Befunde des Berichts deutlich auf und verwies darauf, dass rassistische Denkmuster in Deutschland weiterhin verbreitet seien, dass Schwarze und muslimische Menschen besonders häufig Diskriminierung erlebten und dass solche Erfahrungen in einem Zusammenhang mit einem sinkenden Vertrauen in staatliche Institutionen stehen (Vgl. u.a. Verweis ZEIT, tagesschau).