Verfestigte Abwertungen, fragiles Vertrauen

Rassismus und Diskriminierung in Deutschland

NaDiRa-Monitoringbericht

Der Monitoringbericht geht drei zentralen Fragen nach: 
 

  • Wie verbreitet sind rassistische Einstellungen in Deutschland?  
  • Welche subtilen und offenkundigen Diskriminierungserfahrungen machen Menschen im Alltag?  
  • Und wie zeigt sich indirekte Betroffenheit von Rassismus? 
  • Und welche Folgen hat das für das Vertrauen in staatliche Institutionen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt?

     

Der Monitoringbericht 2026 gibt auf Basis aktueller Daten des NaDiRa.panels differenzierte Antworten. Er zeigt das Zusammenspiel von offen und verdeckten rassistischen Einstellungen sowie die Verbreitung von direkten und indirekten Rassismuserfahrungen. Der Bericht macht sichtbar, wen sie besonders betreffen und welche Folgen sie für das Vertrauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben.

Er basiert vorrangig auf der sechsten Erhebungswelle des NaDiRa.panels, die zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 mit 8.171 Teilnehmer*innen (5. / 6. Welle) durchgeführt wurde. Grundlage ist eine repräsentative Online-Befragung von in Deutschland lebenden Erwachsenen im Alter von 18 bis 74 Jahren.  

 

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Pressekonferenz des Nationaler Diskriminierungs- und Rassismusmonitors: Vorstellung des Berichts 2026

Rassistische Einstellungen und Diskriminierungserfahrungen sind wichtige Bausteine, um Ungleichheiten, ihre Entwicklungen und ihre Folgen in der Gesellschaft zu verstehen. Für die Erfassung und Analyse ist dabei zentral, dass die Methoden unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen. Das Zusammenspiel offenkundiger und subtiler Formen rassistischer Einstellungen sowie direkter und indirekter Rassismuserfahrungen ergibt ein differenziertes Gesamtbild.

Prof. Dr. Frank Kalter, Direktor des DeZIM-Instituts

Die Studie

Der Monitoringbericht des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors erscheint jährlich im März zur internationalen Woche gegen Rassismus. Er stützt sich auf eine repräsentative und wiederkehrende Online-Befragung der in Deutschland lebenden Erwachsenen im Alter von 18 bis 74 Jahren. Neben rassistischen Einstellungen und Diskriminierungserfahrungen erfasst der Bericht auch indirekte Betroffenheit von Rassismus sowie gesellschaftliche Folgen, insbesondere für das Vertrauen in staatliche Institutionen.

Der diesjährige  Bericht basiert auf der sechsten Erhebungswelle des NaDiRa.panels, die zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 durchgeführt wurde. Grundlage ist eine repräsentative Online-Befragung von in Deutschland lebenden Erwachsenen im Alter 20-74. Um Entwicklungen im Zeitverlauf sichtbar zu machen, werden zudem die erste Erhebungswelle von 2022 und die fünfte Erhebungswelle von 2024/2025 herangezogen.  

 

Der Bericht steht damit in einer Reihe früherer NaDiRa-Veröffentlichungen: Bereits die Auftaktstudie Rassistische Realitäten (DeZIM 2022) zeigte erstmals systematisch, wie verbreitet rassistische Diskriminierung in Deutschland ist und wie stark rassistische Wissensbestände, Wahrnehmungen und Bewertungen den gesellschaftlichen Alltag prägen. Der Monitoringbericht 2025 Verborgene Muster, sichtbare Folgen (Fuchs et al. 2025) führte diese systematische Beobachtung gesellschaftlicher Entwicklungen fort. 

Zentrale Ergebnisse

Obwohl sie wissenschaftlich widerlegt sind, stimmen 36 % der Befragten der Aussage zu, es gäbe verschiedene menschliche „Rassen“. Knapp die Hälfte (48 %) vertritt die Ansicht, dass gewisse Gruppen „von Natur aus fleißiger“ wären als andere. Biologistisch begründete Formen rassistischer Hierarchisierung finden damit in einem erheblichen Teil der Bevölkerung Zustimmung

Zwei Drittel der Befragten (66 %) vertreten die Ansicht, bestimmte Kulturen seien „fortschrittlicher und besser“ als andere. Biologistische und kulturalistische Ungleichheitsannahmen treten dabei häufig gemeinsam mit modernen Formen rassistischer Einstellungen auf, die strukturelle Benachteiligung relativieren oder Gleichstellungsforderungen delegitimieren. Diese Einstellungen finden sich in allen befragten Gruppen.

25 % der Schwarzen und 17 % der muslimischen Personen in Deutschland werden mindestens monatlich offen diskriminiert, etwa durch Beleidigungen und Bedrohungen. 32 % bzw. 33 % berichten von solchen Erlebnissen in den zurückliegenden zwölf Monaten. Noch häufiger sind Angaben zu subtiler Diskriminierung, etwa unfreundliche Behandlung, ignoriert oder nicht ernst genommen zu werden. Knapp zwei Drittel (63 %) der Schwarzen Befragten berichten, solche Erfahrungen mindestens monatlich zu machen. Bei nicht rassistisch markierten Personen liegt dieser Anteil bei 26 %.

Auch im Jahr 2025 berichten weiterhin sehr hohe Anteile rassistisch markierter Personen von Diskriminierungserfahrungen. Der Anteil sank nur geringfügig von 77 % im Jahr 2024 auf 73 % im Jahr 2025. Bei nicht rassistisch markierten Personen fiel der Rückgang dagegen deutlich stärker aus: Hier sank der Anteil von 53 % auf 37 %. Damit berichten weiterhin nahezu drei Viertel der rassistisch markierten Personen von Diskriminierungserfahrungen – gegenüber gut einem Drittel der nicht rassistisch markierten Bevölkerung.

Nahezu jede dritte Person (30 %) gibt an, dass ihr innerhalb der Familie, im Freundeskreis oder im Arbeitskontext in den letzten zwölf Monaten von Rassismuserfahrungen erzählt wurde. 28 % haben im gleichen Zeitraum selbst rassistische Vorfälle beobachtet.

Im öffentlichen Raum berichten muslimische Befragte je nach Geschlecht zu etwa einem Viertel (Männer) bis über ein Drittel (Frauen) von Diskriminierungserfahrungen. Bei Schwarzen Befragten liegen die Anteile teils bei mehr als 40 %, bei nicht rassistisch markierten Personen dagegen unter oder um 10 %. Ähnliche Unterschiede zeigen sich auch im Kontakt mit Ämtern und Behörden.

Personen, die häufig selbst Diskriminierung erfahren, weisen durchgehend niedrigere Vertrauenswerte auf als Personen ohne entsprechende Erfahrungen. Besonders ausgeprägt ist dieser Zusammenhang unter
rassistisch markierten Personen: Je nach Institution beträgt die Differenz zwischen Personen ohne häufig erlebte Diskriminierung und Personen mit
häufig erlebter Diskriminierung bis zu 25 Prozentpunkte – etwa beim Vertrauen in die Polizei (90 % vs. 65 %) oder in die Bundesregierung (48 %
vs. 29 %).

Auch indirekte Erfahrungen – also beobachtete oder berichtete
rassistische Vorfälle – sind mit niedrigeren Vertrauenswerten
verbunden. Beim Vertrauen in die Polizei zeigen sich deutliche Unterschiede bei Personen mit und ohne indirekte Diskriminierungserfahrungen
– noch stärker, wenn Personen zudem rassistisch markiert sind: Unter nicht rassistisch markierten Personen weisen 92 % ohne indirekte Betroffenheit
und 85 % mit indirekter Betroffenheit Vertrauen auf. Unter rassistisch markierten Personen beträgt der Anteil 88 % ohne und 67 % mit indirekter Betroffenheit. Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, ob rassistische Vorfälle selbst beobachtet oder über das soziale Umfeld vermittelt werden.

Der aktuelle Monitoringbericht zeigt, dass Diskriminierungserfahrungen und institutionelles Vertrauen eng miteinander verbunden sind und zwischen Bevölkerungsgruppen deutlich unterschiedlich verteilt bleiben. Fünf Jahre nach unserer Auftaktstudie ‚Rassistische Realitäten‘ sind Fragen von Migration, Zugehörigkeit und Rassismus weiterhin im Zentrum gesellschaftlicher Debatten – zum Teil auch in zugespitzter Form. Vor diesem Hintergrund ist ein kontinuierliches, empirisch fundiertes Monitoring besonders wichtig. Es schafft eine belastbare Grundlage, um gesellschaftliche Entwicklungen einzuordnen und Politik auf verlässliche Daten zu stützen.

Dr. Cihan Sinanoğlu, Leiter des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors

Auf einen Blick

Der Bericht bündelt aktuelle Befunde zu rassistischen Einstellungen, subtilen und offenkundigen Diskriminierungserfahrungen, indirekter Betroffenheit von Rassismus und institutionellen Folgen von Rassismus in Deutschland.  
Zu den zentralen Ergebnissen gehören: 

  • 36 % stimmen der Aussage zu, es gäbe verschiedene menschliche „Rassen“. 
  • 48 % meinen, gewisse Gruppen seien „von Natur aus fleißiger“ als andere. 
  • 66 % vertreten die Ansicht, bestimmte Kulturen seien „fortschrittlicher und besser“ als andere.
  • 25 % der Schwarzen und 17 % der muslimischen Befragten berichten, mindestens einmal pro Monat offen diskriminiert zu werden.  
  • 30 % haben in den letzten zwölf Monaten aus dem Umfeld von Rassismuserfahrungen gehört, 28 % selbst rassistische Vorfälle beobachtet.
  • Unter rassistisch markierten Personen mit häufigen Diskriminierungserfahrungen sinkt das Vertrauen in die Bundesregierung von 48 % auf 29 %; beim Vertrauen in die Polizei von 90 % auf 65 %

Was bedeutet „rassistisch markiert“? 

Der Bericht verwendet den Begriff „rassistisch markiert“ als analytisches Instrument, um Gruppen statistisch sichtbar zu machen, die in Deutschland von rassistischen Zuschreibungen betroffen sein können. Dazu zählen im Bericht Schwarze, asiatische, muslimische und osteuropäische Menschen. Als „nicht rassistisch markiert“ gelten Personen, die sich ausschließlich als Deutsche ohne Migrationshintergrund, als weiß oder als beides identifizieren.

Detaillierte Ergebnisse (Auswahl)

Der Monitoringbericht 2026 beleuchtet Rassismus und Diskriminierung in vier miteinander verbundenen Bereichen: rassistische Einstellungen, subtile und offenkundige Diskriminierungserfahrungen, indirekte Betroffenheit von Rassismus und gesellschaftliche Folgen. Die folgenden Abbildungen zeigen, wie verbreitet rassistische Deutungsmuster sind, wie ungleich Diskriminierungserfahrungen zwischen Bevölkerungsgruppen verteilt bleiben und wie eng diese Erfahrungen mit dem Vertrauen in staatliche Institutionen zusammenhängen.

Einstellungen

Biologistische Annahmen über vermeintlich naturgegebene Unterschiede zwischen Menschen sind weiterhin weit verbreitet. 36 % der Befragten stimmen der Aussage zu, es gäbe verschiedene menschliche „Rassen“. Dabei zeigen sich zwischen einzelnen Gruppen Unterschiede: zum Beispiel danach, ob Befragte einen höheren formalen oder einen mittleren bzw. niedrigeren Bildungsabschluss haben: 61 % der Personen mit hohem Bildungsabschluss stimmen „(eher) nicht“ zu – im Vergleich zu 42 % bei niedrigem formalem Bildungsniveau. Höhere Bildung scheint demnach mit einer größeren Ablehnung von biologistischen „Rasse“-Vorstellungen einherzugehen, ohne diese jedoch grundsätzlich aufzulösen. Der Bericht macht damit deutlich, dass biologistische „Rasse“-Vorstellungen trotz ihrer wissenschaftlichen Widerlegung in einem erheblichen Teil der Bevölkerung verankert bleiben.

Diskriminierungserfahrungen

Diskriminierungserfahrungen im Alltag bleiben weit verbreitet, auch wenn ihr Anteil in der Gesamtbevölkerung zurückgeht. Dieser Rückgang vollzieht sich jedoch nicht gleichmäßig: Während der Anteil der nicht rassistisch markierten Personen ohne Diskriminierungserfahrungen deutlich zunimmt, berichten rassistisch markierte Personen weiterhin besonders häufig von alltäglicher Diskriminierung. Insgesamt geben 73 % der rassistisch markierten Personen an, in den letzten zwölf Monaten Diskriminierung erlebt zu haben. Besonders deutlich werden die Unterschiede im öffentlichen Raum: Rund 26 % der muslimischen Männer und 35 % der muslimischen Frauen berichten dort von Diskriminierungserfahrungen; bei Schwarzen Befragten liegen die Anteile bei Männern wie Frauen jeweils bei über 40 %. Bei nicht rassistisch markierten Personen liegen die Werte mit 7 % bei Männern und 11 % bei Frauen deutlich niedriger. Auch im Kontakt mit Ämtern und Behörden berichten insbesondere muslimische sowie Schwarze Befragte vergleichsweise häufig von Diskriminierungserfahrungen, mit Anteilen von rund 28 bis 33 %, während die Anteile bei nicht rassistisch markierten Personen im einstelligen Bereich liegen.

Indirekte Betroffenheit von Rassismus

Rassistische Diskriminierung betrifft Menschen nicht nur direkt. Sie wirkt auch indirekt, wenn rassistische Vorfälle beobachtet oder über das soziale Umfeld vermittelt werden. Genau das zeigt Abbildung 12: Nahezu jede dritte Person (30 %) gibt an, dass ihr in den letzten zwölf Monaten von Rassismuserfahrungen aus Familie, Freundeskreis oder Arbeitskontext erzählt wurde; 28 % haben im gleichen Zeitraum selbst rassistische Vorfälle beobachtet. Der Bericht beschreibt diese indirekte Betroffenheit als eine geteilte Erfahrung, die über die unmittelbar Betroffenen hinausweist. 

 Besonders junge Menschen kommen häufiger mit solchen Erfahrungen in Berührung. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen berichten 42 % von Erzählungen über Rassismuserfahrungen und 46 % von eigenen Beobachtungen rassistischer Vorfälle. Bei den 45- bis 54-Jährigen sind es 28 % beziehungsweise 26 %.

Folgen für Vertrauen

Häufige Diskriminierungserfahrungen gehen mit geringerem Vertrauen in staatliche Institutionen einher. Besonders deutlich zeigt sich dieser Zusammenhang bei repräsentativen Institutionen wie Bundesregierung und Politiker*innen. In beiden Gruppen sinkt das Vertrauen mit zunehmender Häufigkeit von Diskriminierungserfahrungen; bei rassistisch markierten Personen fällt dieser Zusammenhang besonders stark aus. Der Bericht deutet darauf hin, dass Diskriminierung nicht nur als individuelle Belastung erlebt wird, sondern auch als politisch relevante Erfahrung verarbeitet wird – etwa im Sinne enttäuschter Erwartungen an staatlichen Schutz, Gleichbehandlung oder politische Repräsentation. 

Mit Blick auf einzelne Gruppen zeigen sich deutliche Unterschiede: Unter rassistisch markierten Befragten, die in den letzten zwölf Monaten keine Diskriminierungserfahrungen gemacht haben, vertrauen 48 % der Bundesregierung; bei mindestens monatlicher Diskriminierung liegt der Anteil bei 29 %. Beim Vertrauen in die Polizei zeigt sich ein ähnlich abgestufter Zusammenhang: Unter rassistisch markierten Personen liegt der Anteil ohne Diskriminierungserfahrungen bei 90 %, bei seltener Diskriminierung bei 82 % und bei mindestens monatlicher Diskriminierung bei 65 %. Der Bericht verweist darauf, dass sich institutionelles Misstrauen besonders dann verfestigt, wenn Diskriminierung wiederholt und regelhaft erlebt wird

Wie Rassismus und Diskriminierung im Bericht erfasst werden

Der Monitoringbericht versteht Rassismus nicht nur als offene Abwertung, sondern auch als gesellschaftlich wirksame Ungleichbehandlung. Deshalb erfasst der NaDiRa sowohl rassistische Einstellungen als auch Diskriminierungserfahrungen und deren Folgen. Diskriminierung wird dabei nicht abstrakt gemessen, sondern über konkrete Alltagserfahrungen: Die Befragten wurden gefragt, wie häufig ihnen in den letzten zwölf Monaten bestimmte Situationen passiert sind, etwa unfreundlich behandelt, nicht ernst genommen, angestarrt, beleidigt, bedroht, belästigt, körperlich angegriffen oder ignoriert zu werden.  

Als Diskriminierungserfahrungen werden diese Erlebnisse nur dann gezählt, wenn die Befragten sie selbst mit einem bestimmten Merkmal in Verbindung bringen, zum Beispiel mit Hautfarbe, Religion, Namen, zugeschriebener Herkunft, nicht deutscher Staatsangehörigkeit oder Sprachkenntnissen. Der Bericht unterscheidet dabei zwischen subtilen und offenkundigen Formen der Diskriminierung; subtile Erfahrungen wie Ignoriertwerden oder Nicht-Ernst-genommen-Werden sind deutlich weiter verbreitet als offene Beleidigungen, Bedrohungen oder Angriffe. Ergänzend erfasst der Bericht auch indirekte Betroffenheit von Rassismus, also Erfahrungen, die über Berichte aus dem sozialen Umfeld oder durch die Beobachtung rassistischer Vorfälle vermittelt werden. 

Für die Auswertung arbeitet der Bericht außerdem mit Selbstidentifikation. Die Befragten ordnen sich dabei selbst bestimmten Gruppen zu. Auf dieser Grundlage wird analytisch zwischen „rassistisch markierten“ und „nicht rassistisch markierten“ Personen unterschieden, um sichtbar zu machen, wie Menschen in Deutschland rassistisch eingeordnet werden oder sich in diesem Zusammenhang selbst verorten. Als nicht rassistisch markiert gelten Personen, die sich ausschließlich als Deutsche ohne Migrationshintergrund, als weiß oder als beides identifizieren. Die Einteilung ist ausdrücklich als analytisches Instrument gedacht: Sie ergänzt herkömmliche Kategorien wie den Migrationshintergrund, kann gesellschaftliche Fremdzuschreibungen aber nur begrenzt abbilden. 

Datengrundlage

Der Monitoringbericht 2026 basiert auf dem NaDiRa.panel, einer seit 2022 laufenden repräsentativen Online-Längsschnittbefragung der in Deutschland lebenden Bevölkerung im Alter von 18 bis 74 Jahren. Die Studie beruht auf einer Zufallsstichprobe aus den Einwohnermeldeämtern deutscher Gemeinden und ermöglicht es, Entwicklungen über mehrere Jahre hinweg nachzuzeichnen. Für den aktuellen Bericht wurden vor allem Daten der sechsten Erhebungswelle aus dem Zeitraum Oktober 2025 bis Januar 2026 ausgewertet; ergänzend werden die Wellen von 2022 und 2024/2025 herangezogen. 

Eine Besonderheit des NaDiRa.panels ist die gezielte Überrepräsentation von Bevölkerungsgruppen, die in Deutschland potenziell von Rassismus betroffen sind. Dadurch können ihre Erfahrungen genauer analysiert werden, als dies in vielen klassischen Bevölkerungsumfragen möglich ist. 

Stichprobenumfang 

  1. Welle 2022: 21.394 Befragte 
  2. Welle 2024/2025: 9.509 Befragte 
  3. Welle 2025/2026: 8.171 Befragte  

Warum werden bestimmte Gruppen überrepräsentiert? 

Bestimmte Gruppen, die in Deutschland potenziell von Rassismus betroffen sind, kommen in klassischen Bevölkerungsumfragen oft nur in kleinen Fallzahlen vor. Das NaDiRa.panel hat sie deshalb gezielt stärker in die Stichprobe aufgenommen, damit ihre Erfahrungen genauer ausgewertet werden können. Damit die Ergebnisse trotzdem aussagekräftig für die Gesamtbevölkerung bleiben, werden die Daten mehrstufig gewichtet und für den Monitoringbericht 2026 zusätzlich an den Mikrozensus 2022 angepasst.

Handlungsempfehlungen

  • Rassismuskritische Bildungsarbeit stärken 
    Biologistische, kulturalistische und moderne Formen rassistischer Einstellungen sollten stärker in Bildungs-, Aus- und Weiterbildungsangeboten aufgegriffen werden. Der Bericht empfiehlt, die Auseinandersetzung mit rassistischen Wissensbeständen systematischer zu verankern. 
  • Schutz vor Diskriminierung verbessern 
    Besonders in Bereichen mit ausgeprägten Machtasymmetrien – etwa in Verwaltung, Polizei und Justiz – sollten Strukturen und Verfahren daraufhin überprüft werden, ob sie Diskriminierung begünstigen oder verfestigen. Dazu gehören auch bessere Beschwerdewege und eine wirksamere Rechtsdurchsetzung. 
  • Unabhängige Kontroll- und Beschwerdestrukturen ausbauen 
    Der Bericht hebt hervor, dass Betroffene niedrigschwellige und verlässliche Möglichkeiten brauchen, Diskriminierung zu melden und überprüfen zu lassen. Unabhängige Stellen können dazu beitragen, institutionelle Verantwortung und Rechenschaft zu stärken. 
  • Indirekte Betroffenheit stärker berücksichtigen 
    Rassismus wirkt nicht nur über eigene Erfahrungen, sondern auch über beobachtete Vorfälle und Berichte aus dem sozialen Umfeld. Diese Formen indirekter Betroffenheit sollten in Prävention, Beratung und institutionellen Kontexten stärker mitgedacht werden. 
  • Vertrauen in staatliche Institutionen gezielt stärken 
    Da Diskriminierungserfahrungen eng mit geringerem Vertrauen in Institutionen verbunden sind, empfiehlt der Bericht transparente Verfahren, nachvollziehbare Reaktionen auf Diskriminierungsvorfälle und eine stärkere Repräsentation rassistisch markierter Personen in öffentlichen Institutionen. 
  • Monitoring und Forschung langfristig absichern 
    Kontinuierliche Datenerhebung, differenzierte Analysen und die Einbindung betroffener Communitys sind notwendig, um Entwicklungen sichtbar zu machen und politische Maßnahmen auf eine belastbare empirische Grundlage zu stellen. 

Die Studie zum Download