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Stereotype im Spitzensport

Racist Stacking im deutschen Spitzensport

Die Pilotstudie über Racial Stacking im deutschen Spitzensport zielte darauf ab, erstmalig die Verteilung von Spielpositionen in der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga der Männer (Saison 2020/2021) zu analysieren und zu diskutieren. Racial bzw. Racist Stacking benennt ein Phänomen aus dem Mannschaftssport: die aus rassistischen Zuschreibungspraxen resultierende Unterrepräsentation von Schwarzen Sportler*innen auf zentralen, taktischen und führenden Spielpositionen sowie ihre Überrepräsentation auf dezentralen und körperbetonten Spielpositionen. Dieses im US-amerikanischen Raum recht gut erforschte Phänomen ist in Deutschland nahezu gänzlich unbekannt. Ziel dieser empirischen Studie war es somit zu prüfen, wie sich Schwarze und weiße Spieler sowie Spieler of Color auf die einzelnen Spielpositionen verteilen.

Schlagworte

Spitzensport
Stereotype
Methoden
Racial Stacking

Mitarbeitende

Tina Nobis
Felicia Lazaridou
Jannick Philp
Adina Ludwig
Sarah Grun
Sebastian Lejeune

Kooperierende

Erste Ergebnisse

Auf der Grundlage von Fachliteratur wurde herausgearbeitet, welche Attribute welchen Spielpositionen im Fußball typischerweise zugeschrieben werden. Anschließend wurden Daten über die Besetzung von Spielpositionen gesammelt und analysiert. Vorläufige Ergebnisse sind: Circa 20 Prozent der Spieler in der ersten und zweiten Bundesliga sind Schwarz. Muster von Racist Stacking sind erkennbar: Schwarze Spieler sind auf der Position des Torwarts sowie im defensiven und im zentralen Mittelfeld unter- und auf den Außenbahnen überrepräsentiert. 

Überraschende Einsichten

Es gibt zwar eine Reihe prominenter Schwarzer Bundesliga-Spieler. Dass rund 20 Prozent der Bundesligaspieler Schwarz sind, wurde nicht erwartet. Es wurde vermutet, dass Schwarze Spieler auf der Position des Torwarts unterrepräsentiert sind: Dass es in der Bundesliga aktuell jedoch keinen einzigen Schwarzen Torwart gibt, war überraschend. 117 von 121 Torhütern sind weiß (96,7 %), 4 von 121 Personen wurden als Person of Color kategorisiert. In zusätzlichen Analysen wurden einige Positionen im Management, im Trainerstab, im Vorstand und in den Scouting-Abteilungen der 36 Bundesligaclubs betrachtet. Der Anteil an Black and People of Color sowie der Anteil an Frauen ist hier geringer als erwartet.

Weitere Fragen?

Für weitere Informationen zu dem Projekt können Sie uns per E-Mail kontaktieren: info(at)rassismusmonitor.de