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Rassismus in der Schule

Rassistische Diskriminierung in Schulen: eine empirische Analyse

Das Forschungsvorhaben untersuchte rassistische Diskriminierung in Schulen in Deutschland. Hierzu haben wir empirisch analysiert, ob und in welchem Ausmaß Lehrkräfte die Leistungen von Schüler*innen, die zu einer ethnischen oder religiösen Minderheit gehören, systematisch schlechter beurteilen als die Leistungen von Mitschüler*innen, die keiner Minderheitengruppe angehören.

Schlagworte

Schule
Diskriminierung
Rassismus

Autor*innen

Sebastian Otten
Julia Bredtmann
Christina Vonnahme
Christian Rulff

 

 

Ergebnisse

Die Studie liefert erste Ergebnisse für eine ausgewählte Altersklasse von Schüler*innen. Diese weisen darauf hin, dass Schüler*innen mit Migrationshintergrund in den Fächern Deutsch und Mathematik bei gleicher Leistung durchschnittlich schlechter benotet werden als Kinder ohne Migrationshintergrund. Auch eine Gymnasialempfehlungen erhalten Schüler*innen mit Migrationshintergrund seltener als Kinder ohne Migrationshintergrund – trotz gleicher Ergebnisse in standardisierten Leistungstests oder in Tests der kognitiven Fähigkeiten.

Allerdings werden Kinder mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren wurden, weniger negativ bewertet als Kinder der ersten Zuwanderungsgeneration. Für Kinder der zweiten Zuwanderungsgeneration fanden wir im Fach Mathematik keine signifikante Benachteiligung mehr.

Überraschende Einsichten

Aufgrund der Befunde für andere Länder hatten wir erwartet, dass Kinder mit Migrationshintergrund noch stärker benachteiligt würden als unsere Ergebnisse zeigen. Um unsere Befunde zu verifizieren, sollten die Analysen daher für weitere Jahrgangsstufen wiederholt werden. Zudem muss beachtet werden, dass unser Untersuchungsdesign keine Kausalanalysen erlaubt. Hierzu müssten Experimente umgesetzt werden.

Bedeutung für die Praxis

Die Studie findet Anzeichen für eine Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund. Damit ist sie relevant für Bildungspolitiker*innen und für alle im Bildungsbereich tätigen Personen. Entscheidungen wie die Empfehlungen zu einer weiterführenden Schule prägen den weiteren Lebensweg von Kindern erheblich. Hier sollten neue Verfahren diskutiert werden, die den subjektiven Charakter dieser Empfehlungen reduzieren und die Gefahr verringern, dass Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligt werden.